|
Erläuterungen zur Problematik der Hausstaubmilben
Zahlreiche Patienten mit allergischer Rhinitis, Asthma und atopischer Dermatitis leiden unter einer
Überempfindlichkeit auf Hausallergene (Hausstaubmilben,
Küchenschaben, Katze und Hund), die sich vor allem im Hausstaub finden. Hauptursache
ganzjähriger Beschwerden wie laufende oder verstopfte Nase, juckende oder
tränende Augen, Niesen sowie Asthma sind die Hausstaubmilben. Milben ernähren sich u.a.
von Hautschuppen und gedeihen prächtig in warmer und feuchter Umgebung. Bevorzugte
Aufenhaltsorte sind deswegen für Hausstaubmilben Betten, Polstermöbel, Teppiche,
Kleidung, Schränke, Plüschtiere und Autositze. Bei positivem Nachweis in Matratzen oder Polstermöbeln kann davon ausgegangen werden, dass
auch die Teppiche befallen sind. Natur-und Kunstfasern können gleich stark kontaminiert
sein. Da Hausstaubmilben über Greifhaken
verfügen, überstehen sie auch das Staubsaugen. Somit verbleibt zur
effektiven Prävention nur, die Quelle der
Allergenbelastung herauszufinden, und diese gezielt zu sanieren, damit eine Linderung der
Beschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität eintritt.
Zum Allergennachweis im Hausstaub
stehen zwei Verfahren zur Verfügung:
1. der chemische Nachweis von Guanin,
einem Stoffwechselprodukt der Hausstaubmilben und
2.
der enzymimmunologiesche
Nachweis einzelner häufiger Allergene
(D.pteronyssinus, D.farinae, Mitegroup2 Minor Allergen (Gr2), Küchenschabe
(Blag2), Katzenepithelien (Fel d1))
Zur Messung des Allergengehalts in der
Luft eignen
sich Nasenfilter. Mit diesen können
Allergene von D.pteronyssinus, D.farinae, Katzen- und Hundeepithelien und
Küchenschabe nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich, parallel zum
Allergennachweis auch IgE im
Nasensekret zu bestimmen (mit Halogen-IgE-Test). Zu den
Präventionsmaßnahmen gehören im
häuslichen Milieu das „encasing“ von Bettzeug (z.B. mit "Allergocover"
der
Fa. Allergopharma),
der Austausch von Teppichen
durch Parkett oder Fliesenböden, das Entfernen von Polstermöbeln, Vorhängen
und Matratzen. Da diese Maßnahmen kostspielig sind, sollte vorher eine
gezielte Abklärung erfolgen, um danach sachgerechte und patientenorientierte
Präventionsmaßnahmen einzuleiten. Da die Partikel des allergenhaltige
Hausstaubs (bestehend aus den Exkrementen der Milben)
sehr klein sind, ergeben sich sehr hohe Adsorptionskräfte. Diese führen dazu, daß
die Partikel an Teppichböden, Polstermöbeln und Matratzen fest haften und
sich mit einem Staubsauger nur schwer entfernen lassen.
Meidung und Verringerung der Allergene oder Schutzmaßnahmen haben eine gute
therapeutische Wirkung auf die Überempfindlichkeit des Patienten, ja
möglicherweise sogar auch eine
prophylaktische Wirkung auf die Entwicklung einer Allergie bei
risikobehafteten Kindern
atopischer Familien. Der Einsatz acarizider Mittel (z.B.Bezylbenzoat = Acarosan
der
Fa. Allergopharma) als
Feuchtpulver zur Grundsanierung von Teppichen und Teppichböden oder
als Schaum
zur Grundsanierung von Polstermöbeln, Matratzen , Kissen und anderen
textilen Gegenständen und als Sprühlösung zur Folgesanierung der
behandelten Textilien führt zur
Abtötung der Milben. Es gibt auch eine besondere Dareichungsform als
Kaltwaschmittelzusatz (Acarail
der
Fa. Allergopharma). Anschließend
müssen die toten Milben
sorgfältig entfernt werden mit Hilfe von Reinigungsmitteln und durch
Staubsaugen. Bei Polstermöbeln und Matratzen kann dies sehr langwierig sein.
Die Reinigungsvorgänge müssen mehrmals wiederholt werden, bevor sich nach
etwa 6-9 Monaten eine Besserung der klinischen Befunde einstellt. Diese
Mittel sind verschreibungs- und erstattungsfähig. |